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Christian-Liebig-Sekundarschule
Das erste Projekt
Fotos: Wolf Heider-Sawall, Dieter Bald, Uwe Barfknecht, Christine Olma, World Vision
Karten: FOCUS Infografik

Das erste Projekt der Christian-Liebig-Stiftung war der Bau einer weiterführenden Schule in Malawi. Am 10. März 2004 wurde der Grundstein für die Christian-Liebig- Sekundarschule (CLSS) von Mr. George Kalombola, dem Distrikt-Verwalter und einer Mitarbeiterin von World Vision Malawi in einer feierlichen Zeremonie gelegt. Die Schule wurde in Zusammenarbeit mit World Vision Malawi und World Vision Deutschland e.V. im bereits existierenden Regional-Entwicklungsprojekt Mpanda im Distrikt Blantyre- Rural errichtet. Mit Geldern des RTL-Spendenmarathons 2006 wurde die CLSS mitfinanziert. 2005/2006 beschädigte ein verheerender Sturm die Schule stark, mittlerweile sind die Schäden aber allesamt wieder behoben. Im Oktober 2009 wurde die Christian-Liebig-Sekundarschule ein zweites Mal offiziell dem Ministerium in Malawi übergeben.

Zu den Maßnahmen gehörten der Bau eines Schulhauses mit mehreren Klassenzimmern und Wasserklosetts sowie Wohnungen für Lehrer, Bau und Einrichtung einer Bibliothek mit umfangreichem Bestand an Lehrbüchern und eines wissenschaftlichen Labors sowie die Anschaffung von Schulmaterial. Im Laufe der Zeit wurde eine Mauer mit Eingangstor und Wächterhaus um die Schule errichtet, um den Zugang zum Gelände zu kontrollieren. Die Schule ist seit Anfang April 2009 an das nationale Stromnetz angeschlossen (nach fast 21 Monaten Bauzeit) und ein Wassertank sorgt für die Versorgung mit Trinkwasser. Die Schulspeisung ermöglicht - auch in Dürreperioden - eine Grundversorgung der Schülerinnen und Schüler mit Nahrung. Zurzeit arbeiten sieben Lehrer und ein Direktor an der Schule, die in den Lehrerhäusern auf dem Gelände wohnen können. Seit Eröffnung der Schule erhalten jährlich rund 70 Schüler ihren Abschluss und haben damit die Möglichkeit, zu studieren.

Mit Beginn des zweiten Trimesters 2009 wird das Lehrangebot an der Schule mit zwei Arbeitsgemeinschaften erweitert: ein „Agriculture Club“ sowie eine „Needle Class“. Für beide Clubs haben sich 60 Schülerinnen und Schüler angemeldet. Ziel ist es, den jungen Menschen in diesen beiden Bereichen grundlegende Kenntnisse zu vermitteln. Fachkundige Lehrkräfte vom Ministerium in Malawi helfen bei der Ausbildung. Ziel der Landwirtschafts- Arbeitsgemeinschaft ist es, den Schülern theoretisches und praktisches Wissen rund um den Anbau von Getreide, Obst und Gemüse näher zu bringen. Zudem kultivieren die Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft Nahrungsmittel zum eigenen Verzehr. Ein Überschuss bei der Ernte kann sowohl den anderen Schülern zugute kommen als auch durch Verkauf zum Einkommen des Clubs beitragen.
Die Nähklasse dient ebenfalls der zusätzlichen Ausbildung der jungen Frauen. Auch hier lernen die Teilnehmerinnen zunächst grundsätzlich, Kleidungsstücke selbst zu produzieren. Was nicht für den Eigenbedarf benötigt wird kann verkauft werden. Unterstützt wird die Nähklasse von Burda Style, die Schnitte und Hefte kostenfrei zur Verfügung stellt.

In Malawi können seit rund acht Jahren zwar alle Kinder unentgeltlich die Grundschule besuchen. Nach der Grundschule endet jedoch für viele der Bildungsweg, weil weiterführende Schulen außerhalb der großen Städte kaum vorhanden sind und zusätzlich zum Schulgeld Kosten für die Unterbringung in einem Internat anfallen würden. Eine qualifizierte Berufsausbildung oder gar eine akademische Ausbildung bleibt so für die meisten begabten jungen Menschen ein unerreichbares Ziel. Angesichts der hohen Rate von Aids-Infizierten in Malawi, zu denen überproportional viele Angehörige der urbanen und mobilen Bildungsschichten gehören, entfaltet sich ein weit in die Zukunft reichender Bildungsnotstand, der das Land hinter den heutigen Entwicklungsstand zurückwerfen könnte. Mit dem Bau dieser Bildungseinrichtung kommt die Stiftung ihrem Ziel, Schulen für Afrika zu bauen und damit Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, einen Schritt näher.

 
Unterricht auf „malawisch“
 
Feierliche Grundsteinlegung am 10.03.04:

Die Bauarbeiten:

Die Schule ist fertig!
Projektinformation
LandMalawi
OrtMpanda, Distrikt Blantyre
Beginn / Dauer
des Projekts
2004
ZieleBau einer weiterführenden Schule für bis zu 400 Kinder
- Schulhaus mit acht Klassenräumen
- Wohnhäuser für Lehrer
- Bibliothek und Labor
- Sanitäranlagen
- Ausbildungsgänge
- Schulspeisung
- Material
PartnerWorld Vision
UnterstützerRTL-Spendenmarathon 2006


Die Schüler der Christian-Liebig-Sekundarschule
„Bildung, das bedeutet für meine Schüler den Weg in eine bessere Zukunft“, so Amon Banda, Lehrer für Englisch und Geographie an der Christian-Liebig-Sekundarschule.
Die Bibliothek wird fleißig genutzt – durch den nun vorhandenen Strom auch abends
Das Labor der Christian Liebig Sekundarschule
Beatrice von Keyserlingk bei ihrem Besuch im Oktober 2009
Die Teilnehmer der Nähklasse
bei der Arbeit
Aufklärungsunterricht an der Schule
Das Verwaltungsgebäude
Die Schulgebäude der Sekundarschule sind nach den verheerenden Stürmen 2005/06 wieder frisch renoviert
Der Zugang zu den Toilettenräumen ist behindertengerecht gestaltet
Der Gedenkstein für Christian Liebig vor einem der Lehrerhäuser
Das Tor zum Schulgelände
Der Wasserturm und das Eingangstor zur Schule. Die Schutzmauer dient dem kontrollierten Zugang zum Schulgelände.
Der Transformator verbindet die Schule mit dem nationalen Stromnetz – für Malawi keine Selbstverständlichkeit!
Blick auf das Schulgelände