Fotos: Christine Olma, Wolf Heider-Sawall und Deutsche Welthungerhilfe
Karten: FOCUS Infografik, Google Earth
Seit 2007 kooperieren die Christian-Liebig-Stiftung e.V. und die Deutsche Welthungerhilfe e.V. in Bonn im afrikanischen Mosambik. Für fünf Jahre unterstützt die Christian-Liebig- Stiftung das Millenniumsdorf Mabote in Mosambik und finanziert Bildungsprojekte vor Ort. Beide Organisationen beabsichtigen gemeinsam Maßnahmen zur Erreichung der Millenniumsziele, die im September 2000 von der UN- Generalversammlung beschlossen wurden, bis Ende 2010 in dem afrikanischen Dorf durchzuführen. In dem Ort wollen sie die Armut und den Hunger von rund 1000 Einwohnern reduzieren, eine allgemeine Schul-Primarbildung verwirklichen, die Kinder- und AIDS-Sterblichkeit senken und eine Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit bewirken. Zu den acht Millenniumszielen, die bis zum Jahr 2015 erreicht sein sollen, haben sich die Staatschefs von rund 189 Ländern, darunter Deutschland, bekannt. Zielvorgaben sind die Verringerung von Armut, Hunger, Krankheitslast, Analphabetismus, Umweltbelastung und Geschlechter- diskriminierung.
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Nach 2006 hat es die CLS 2008 aufgrund ihrer überzeugenden Arbeit erneut geschafft, beim RTL-Spendenmarathon 2008 vertreten zu sein. Beatrice Gräfin von Keyserlingk (Vorsitzende der CLS) hat hierfür gemeinsam mit der RTL-Nachtjournal-Moderatorin und CLS-Projektpatin Ilka Eßmüller das südostafrikanische Land Mosambik besucht, um den RTL-Zuschauern die Notwendigkeit für Spenden vor Augen zu führen. Mit den Geldern aus dem Spendenmarathon plant RTL, die CLS beim Bau einer Erste-Hilfe-Station in einem der Dörfer zu unterstützen, die auch über eine Geburtsstation verfügt. Um die Kindersterblichkeit einzudämmen, sollen dort zudem die Menschen im Bereich Hygiene geschult werden. Dieses Vorhaben scheitert allerdings bislang an fehlendem Personal und Vorgaben der Regierung. Zum Schutz vor Malaria und dem HIV Virus finden Aufklärungskurse statt, damit die Menschen um die Gefahren und Ansteckungen wissen und lernen, wie sie sich effektiv schützen können. Außerdem werden mit den Spendengeldern ausreichend Brunnen und Zisternen in den Dörfern gebaut werden, damit jeder der 1000 Einwohner direkten Zugriff auf sauberes Trinkwasser erhält.
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Mosambik – ein Land in extremer Armut
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Eine bessere Zukunft für die Menschen in Mabote
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Drei Dörfer sind es, in denen im Distrikt Mabote die Lebensbedingungen der Menschen verbessert werden sollen. Banamana, Chitalahimbhera und Mangalaze liegen im Landesinneren des Distriktes. Rund 1.000 Menschen leben hier, ihren Lebensunterhalt bestreiten sie mit dem, was der landwirtschaftliche Familienbetrieb abwirft. Dabei sind die Bedingungen für den Anbau von Mais, Sorghum, Erdnüssen und Gemüse denkbar schlecht: Immer wieder treten Trockenperioden auf, der Boden ist sandhaltig und nur wenig fruchtbar. An vielen Stellen enthält das Grundwasser Salz. Selbst in guten Jahren wird nicht so viel geerntet, dass mit dem Erwirtschafteten Dürreperioden überstanden werden könnten.
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setzung hierfür ist Bildung. Nicht nur für Kinder, die in Mabote ihre neuen Schulen besuchen, sondern auch für Männer und Frauen, die in Alphabetisierungskursen erstmals die Möglichkeit haben, Lesen und Schreiben zu lernen. Darüber hinaus erfahren sie in Ausbildungskursen zu Landwirtschaft, Gesundheit, Ernährung und Hygiene, wie sie viele Bereiche ihres Alltags in Zukunft besser gestalten können.
| Projektinformation | |
| Land | Mosambik |
| Ort | Millenniumsdorf Mabote |
| Beginn / Dauer des Projekts | 2007-2011 |
| Ziele | - Armut und den Hunger der rund 1000 Einwohner reduzieren - Allgemeine Schul-Primarbildung - Kinder- und AIDS-Sterblichkeit durch Aufklärung senken - Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit |
| Partner | Deutsche Welthungerhilfe e.V. |
| Unterstützer | RTL-Spendenmarathon 2008 |
Ein vordringliches Ziel ist es, Familien eine Steigerung ihres Einkommens zu ermöglichen. Erste Schritte auf diesem Weg sind beispielsweise eine verbesserte Tierhaltung und ein effizienterer landwirtschaftlicher Anbau, um Überschüsse zu erzielen und diese in einem späteren Schritt zu vermarkten. Ganz entscheidend für eine positive Entwicklung im Dorf ist die Stärkung der Selbsthilfe- strukturen der Bevölkerung, beispielsweise in Komitees.
Grundschulbildung für alle
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Zu Beginn des Jahres 2006 besuchten nur wenig mehr als die Hälfte aller Kinder in Mabote eine Grundschule. Für viele Kinder glich der Schulweg einer kleinen Reise, teilweise waren die Jungen und Mädchen morgens und nachmittags zwei bis drei Stunden unterwegs. In Banamana und Mangalaze hat die Welthungerhilfe bereits gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation KULIMA zwei dringend benötigte Schulen mit je zwei Klassenzimmern gebaut und ausgestattet. Hier sind derzeit 250 Kinder eingeschult. Die Schüler haben Gemüse- und Feldanbau betrieben, außerschulische Aktivitäten von Fußballturnieren bis hin zu kunsthandwerklichem Unterricht runden das Programm in den Dörfern ab. Die Verteilung von didaktischem Material und eine regelmäßige Schulung der Lehrer helfen, die Qualität des Unterrichts dauerhaft auf hohem Niveau zu halten.
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Fortbildung im Modellhaus – Senkung der Kindersterblichkeit
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Kaum eine Bewohnerin von Banamana, Chitalahimbhera oder Mangalaze hat ihr Dorf je verlassen. Es fehlt ihnen an Vergleichen, wie ihr alltägliches Leben in vielen Bereichen deutlich besser gestaltet sein könnte. Deshalb wurde in Mabote, dem rund 20 Kilometer weit entfernten größeren Ort, ein Modellhaus errichtet. Hier haben je vier Frauen mit ihren Kindern die Möglichkeit, eine Woche lang Wichtiges über Kinderernährung, Gesundheit, den Anbau von Gemüse, die Herstellung energiesparender Öfen sowie den Sinn und die Nutzung von Latrinen, Moskitonetzen und Wasserfiltern zu erfahren. Im Laufe eines Jahres werden so rund 50 Familien mit Kindern unter fünf Jahren geschult. Beispielsweise lernen Mütter, dass es nicht ausreicht, ihre Säuglinge nach der Stillzeit lediglich mit Wasser und Maismehl zu füttern, und dass Moskitostiche gefährliche Krankheiten verursachen können. Gewicht und Größe der Kinder werden regelmäßig kontrolliert. Aber auch Themen wie HIV/Aids oder Familienplanung stehen auf der Tagesordnung und werden bei Vorträgen intensiv diskutiert. Viele Mädchen heiraten schon mit 12 oder 13 Jahren.
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Damit das Erlernte Bestand hat und in die Gemeinschaft getragen wird, treffen sich die Frauen des jeweiligen Dorfes einmal in der Woche, um ihre Erfahrungen auszutauschen und unter Anleitung einer Sozialarbeiterin über offene Fragen zu sprechen. Ein Jahr lang wird es dauern, bis alle Frauen das Modellhaus besucht haben. Am Ende des Jahres erhalten engagierte Familien, die an der Ausbildung teilgenommen haben und das Erlernte auch umsetzen, drei Ziegen. Vom deren erstem Nachwuchs geben die Familien dann eine Ziege an die Gemeinschaft zurück.
Ausbildung in Aidsberatung
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Über 1,5 Millionen Menschen in Mosambik leben nach offiziellen Angaben mit HIV/AIDS, täglich infizieren sich weitere 500 Menschen mit der Krankheit. Genaue Angaben, wie viele Frauen und Männer in Mabote betroffen sind, gibt es nicht. Noch immer ist das Thema ein Tabu. Die Folgen der rapiden Ausbreitung der Krankheit sind jedoch nicht zu übersehen, immer mehr Kinder werden zu Waisen. Den meisten Bewohnern fehlt es an Wissen über die Gefahren und Ursachen von HIV/AIDS. In speziellen Trainings sollen Frauen und Männer als Aidsberater ausgebildet werden, die sensibel das Gespräch mit den Dorfbewohnern suchen und diese darüber informieren, wie sie sich vor der gefährlichen Infektion schützen können. Aufklärungskampagnen tragen dazu bei, die Zahl der Ansteckungen zu reduzieren. Zudem helfen sie Betroffenen, ihr Krankheitsbild zu erkennen und eine Beratung aufzusuchen.
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Zugang zu sauberem Trinkwasser
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Im Mai 209 wurden die bisher gebauten Brunnen in Mangalaze und Banamana an die Gemeinden und die Distriktbehörde für öffentliche Bauten übergeben. Somit haben in den ersten beiden Dörfern die Bewohner nun Zugang zu sauberem Trinkwasser.

















