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Allgemeine Informationen über Mosambik
ÜBERBLICK
Bevölkerung20,3 Mio. (Deutschland (D): 82,3 Millionen)
Lebenserwartung42 Jahre (D: Frauen: 82, Männer: 77)
Kindersterblichkeit107,84 pro 1000 Lebendgeburten (2008)
Pro-Kopf-BIP400 USD (gesch. 2008) (D: 41.509 Euro)
Alphabetisierungsrate44%
Landesfläche799.380 km² (D: 357.092 km²)
HauptstadtMaputo (ca. 2 Millionen Einwohner)
LandessprachenPortugiesisch (Amtssprache), afrikanische Sprachen
Religionen45% lokale Religionen, 37% Christen, 18% Muslime
Geographie

Mosambik erstreckt sich über eine Fläche von 799.380 Quadratkilometern und liegt an der Ostküste Afrikas. Das Land grenzt im Norden an Tansania, im Nordwesten an Malawi und Sambia, an Simbabwe im Westen sowie an Südafrika und Swaziland im Südwesten. Es herrscht tropisches und subtropisches Klima. Die Küstenregionen sind meist wärmer als die Gebiete im Inneren, die Niederschlagsmenge steigt mit zunehmender Höhe. Im Dezember werden die trockenen Winde von den Passatwinden abgelöst, die reichlich Regen bringen und meist bis März andauern. Der wichtigste Fluss des Landes ist der Sambesi.

Geschichte

Bereits 1.400 Jahre vor Beginn der portugiesischen Kolonisierung im 16. Jahrhundert hatten sich auf dem Boden des heutigen Mosambiks verschiedene Bantuvölker niedergelassen. Der Anlandung Vasco da Gamas 1489 folgten bald andere portugiesische Seefahrer, die im 17. Jahrhundert ein Protektorat errichteten, in dem Sklavenhandel betrieben wurde.

1962 wurde die Befreiungsbewegung FRELIMO (Befreiungsfront für Mosambik) gegründet, die 1964 den bewaffneten Aufstand gegen die portugiesischen Kolonialherren begann. 1975 erlangte Mosambik die Unabhängigkeit. Seitdem wurde das Land von derselben Partei - der FRELIMO - regiert. Die ersten eineinhalb Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit waren geprägt durch ein Einparteienregime marxistischer Prägung und einem von beiden Konfliktparteien äußerst grausam geführten Bürgerkrieg zwischen dem Staat und der das Regime ablehnenden westlich orientierten Bewegung RENAMO (Bewegung des mosambikanischen nationalen Widerstandes).

Im Jahre 1992 kam es dann zu einem mit Hilfe der Kirchen vermittelten Friedensschluss zwischen RENAMO und FRELIMO in Rom, der den Grundstein für eine Demokratie auf der Basis eines Mehrparteiensystems und damit eine wirtschaftliche Entwicklung des Landes legte. Damit endete ein langer Krieg, der 5 Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht und mehr als eine Million Menschen das Leben gekostet hatte. Die einstige Bürgerkriegsbewegung RENAMO konstituierte sich als Partei und entschloss sich, künftig auf demokratischem Wege auf die Entwicklung des Landes Einfluss zu nehmen.

Situation heute

1994 fanden die ersten Mehrparteienwahlen in der Geschichte Mosambiks statt, aus denen Chissano und damit die FRELIMO als Sieger hervorging. In den zweiten und dritten Parlamentswahlen 1999 und 2004 konnte die FRELIMO abermals die Mehrheit erreichen sowie ihren Präsidentschaftskandidaten durchbringen. Der Vorwurf des Wahlbetrugs wurde von verschiedener Seite erhoben. Im Gegensatz zu fast allen anderen Ländern in der Region hat sich in Mosambik ein Zwei-Parteien-System herausgebildet, in dem nur die Regierungspartei FRELIMO und die größte Oppositionspartei RENAMO im Parlament vertreten sind. Die zahlreichen übrigen Oppositionsparteien spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Seit dem Antritt des neuen Präsidenten Armando Guebuza im Jahr 2005 ist die innenpolitische Lage generell stabil, gleichwohl herrscht zwischen Regierung und Opposition ein angespanntes Verhältnis, das aber eine Einigung in zentralen Punkten nicht ausschließt. Mosambik hat mit allen jenen Problemen zu kämpfen, die für ein Entwicklungsland im afrikanischen Kontext typisch sind: Massenarmut, hohe Arbeitslosigkeit, aufgeblähte Bürokratie, Klientelismus, Korruption, staatsbürgerlich unaufgeklärte Bürger, die seit Generationen nur autoritäre Regierungen kennen.

Wichtigster bilateraler Partner Mosambiks ist Südafrika. Seit Anfang 2000 belastet die Entwicklung im benachbarten Simbabwe die mosambikanische Wirtschaft, da der Warentransfer durch den Beira-Korridor drastisch zurückgegangen ist. Die Beziehungen Mosambiks zur früheren Kolonialmacht Portugal haben sich seit längerem normalisiert und sind freundschaftlich.

Wirtschaft

Mosambik ist eines der ärmsten Länder Afrikas. Etwa 50 Prozent aller Mosambikaner leben in absoluter Armut. Nach dem Ende des sechzehnjährigen Bürgerkriegs - währenddessen das Land einen wirtschaftlichen Zusammenbruch erlitt - erlebte Mosambik 1992 zunächst einen zögerlichen Wirtschaftsaufschwung. Es setzte nach einer marktwirtschaftlichen ein bemerkenswerter wirtschaftlicher Aufschwung mit hohen Wachstumsraten (seit 1994 durchschnittlich 8,2 Prozent) bei niedriger Inflationsrate ein. Die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) unterstützten Reformen haben ausländische Investoren angezogen, die durch ihr Engagement im Land bereits zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen haben und so die Arbeitslosenrate von 50 Prozent verringern konnten. Mosambik konnte seine Exporte (hauptsächlich Garnelen, Cashew-Nüsse, Baumwolle und Zucker) steigern, landwirtschaftliche Maschinen, Erdöl und Nahrungsmittel müssen allerdings auch weiterhin importiert werden. Der Industriesektor (29,8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt) wird von exportorientierten Großprojekten in den Bereichen Rohstoffe, Bergbau und Energie dominiert, hinter denen meist ausländische Investoren stehen. Der Dienstleistungssektor ist die am stärksten wachsende Branche.

Überschwemmungen in den Jahren 2000, 2001 und 2007 haben viele Anstrengungen mit einem Schlag zunichte gemacht. Auch heute ist Mosambik grundsätzlich noch von ausländischer Wirtschaftshilfe abhängig.

Herausforderungen
Einerseits gilt Mosambik international als positives Beispiel für einen mit massiver internationaler Hilfe und einem entsprechenden Strukturanpassungsprogramm erzielten politischen und wirtschaftlichen Wandel, das internationale Investitionen anlockt. Andererseits aber zählt Mosambik nach wie vor zu den ärmsten Staaten der Welt (Rang 175 des HDI - Human Development Index - von 177 Ländern im Jahr 2008), rund die Hälfte der Bevölkerung lebt in absoluter Armut, medizinische Versorgung, Bildungseinrichtungen und soziale Infrastrukturen sind unzureichend. Frauen sind aufgrund des traditionellen Landrechts sowie ihrer geringen Beteiligung an Entscheidungsfindungsprozessen besonders benachteiligt.
Kinder
Der fehlende Zugang zu Bildung und ärztlicher Versorgung, die Ausbreitung von Malaria, Kinderarbeit, Unterernährung sowie die Infektionsgefahr mit HIV bilden die größten Probleme für Kinder in Mosambik.
Bildung
Die Alphabetisierungsrate liegt bei rund 44 Prozent, besonders der Anteil der Frauen ist sehr niedrig. Seit Beendigung des Bürgerkriegs steigt die Anzahl der Einschulungen wieder, jedoch besuchen nur rund 60 Prozent der Kinder eine Grundschule. Nur etwa ein Drittel der Jugendlichen besucht eine weiterführende Schule. Es fehlt an qualitativen Bildungsangeboten. Der Unterricht findet häufig in einem nicht kindgerechten Umfeld statt, viele Lehrkräfte haben eine schlechte Ausbildung. Die Zahl der Kinder, die ein oder mehrere Klassen wiederholen müssen, ist hoch. An den Bildungseinrichtungen wird meist in Portugiesisch gelehrt, was aber nur etwa ein Drittel der Bevölkerung versteht.
Gesundheit
Das Gesundheitssystem Mosambiks ist mangelhaft. Vor allem die Menschen in den ländlichen Gebieten haben kaum Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung. Viele Mädchen und Jungen im Alter unter fünf Jahren sterben an vermeidbaren Krankheiten wie Malaria oder Atemwegserkrankungen. Viele leiden an Mangelernährung. Wie in den anderen Ländern Subsahara-Afrikas breitete sich auch in Mosambik das HI-Virus von den 90er Jahren bis heute mit großer Geschwindigkeit aus. Mit einer HIV-Prävalenz von 17 bis 18 Prozent bei Erwachsenen gehört Mosambik zu den afrikanischen Hochprävalenz-Ländern.
Hinweis: Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird routinemäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. [Stand: Juli 2009 | Ausführlichere Informationen zu Mosambik erhalten Sie auf der Homepage des Auswärtigen Amtes und auf den Seiten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung]